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Die Kyrburg wurde um das Jahr 960 vom Gaugrafen Emicho erbaut. Wahrscheinlich sollte sie gemeinsam mit Steinkallenfels die fünf Straßen decken, die sich, von Hunsrück und Pfalz kommend, im Einmündungsbereich des Hahnenbachs in die Nahe trafen und schon in römischer Zeit existierten. Diese Straßen hatten eine große wirtschaftliche und politische Bedeutung, denn wer die Straßen kontrollierte, übte auch die Macht aus und konnte die vielfältigen Abgaben vereinnahmen. Zur Zeit ihrer Erbauung lag die Kyrburg auf der Waldseite des Wormsgaues. Während ihres Bestehens war die Burg stets ein Verwaltungszentrum, in das sich die Bevölkerung des Fleckens Kirn in Notzeiten zurückziehen konnte. Die Besatzung hatte eine Stärke von 40 bis 50 Personen. Sie hielten die aus Lagerhäusern, Stallungen, Werkstätten und Wohnraum bestehenden Gebäude instand. Wichtig war die Wasserversorgung auf der 100 Meter über der Nahe gebauten Anlage; der „Eselsbrunnen“ erreichte mit einer Tiefe von fast 100 Metern das Naheniveau und von den Dächern wurde das Regenwasser in vier Zisternen gesammelt. |
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Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Burg erstmals in ihrer Geschichte erobert und durch die dauernd wechselnden Besatzungen derart ruiniert, dass Offiziere und Soldaten das Quartier im Ort vorzogen. Im pfälzischen Erbfolgekrieg, dem neben der Pfalz auch die Burgen der Umgebung (u. a. Steinkallenfels) zum Opfer fielen, blieb die Kyrburg noch verschont, im polnischen Erbfolgekrieg jedoch wurde auch sie 1734 zerstört. |
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Wie sich ein kyrburgischer Amtmann beschwerte,
herrschte während der Zerstörung Freude in den Straßen von Kirn, da dies
auch das Ende der dauernden Einquartierungen bedeutete. In der Folge wurden
die Ruinen als Steinbruch benutzt und noch verwendbare Steinmassen in der
Stadt für die ab 1750 durchgeführten Baumaßnahmen des Fürsten Johann VII
Dominik von Salm-Kyrburg wieder verwendet. Das Piaristenkloster (heutiges
Rathaus) sowie die fürstliche Kellerei, die auch als fürstlicher Wohnsitz
diente, wurden u. a. mit den Resten der Kyrburg gebaut. Überschüssiges
Baumaterial wurde verkauft und von Bewohnern der umliegenden Dörfer auch
„kostenfrei“ entsorgt. |
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Nachdem das linksrheinische Gebiet 1797 französisch geworden war, wurde die Burg mitsamt den dazugehörigen Ländereien als „Nationalgut“ versteigert und wechselte in Privatbesitz. Letzter Besitzer war der Kirner Maler Friedrich Steinbrecher, der hier eine Gartenwirtschaft betrieb. 1908 verkaufte er sein Eigentum an die Nachfahren der früheren Fürstenfamilie. Nach umfangreichen Freilegungs- und Sanierungsarbeiten in den Jahren 1978 bis 1986 erwarb die Stadt 1988 die Anlage von der fürstlichen Salm-Salmschen Verwaltung. |
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Das erst nach der Zerstörung erbaute Wachhaus beherbergt heute ein Restaurant. Von der dazugehörigen Terrasse sowie von mehreren Punkten auf der aufwändig restaurierten Burganlage genießt man eine herrliche Aussicht über Kirn und das Naheland bis in die südlichen Ausläufer des Hunsrücks. In einem Tiefkeller unter dem Wachhaus hat der Restaurant-Pächter ein Whiskymuseum eingerichtet. |
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Zudem bieten die alten Mauern eine außergewöhnliche Kulisse für Theater- und Konzertveranstaltungen auf der Freilichtbühne am Fuße der Ruine. Im Kyrburg-Trauzimmer, einem restaurierten Gewölbe der Ruine, besteht die Möglichkeit, sich in mittelalterlicher Atmosphäre standesamtlich trauen zu lassen. |