Ortsgemeinden entlang der Hunsrück Schiefer- & Burgenstraße

Hier erhalten Sie einen Überblick über die Ortsgemeinden, die Mitglieder der Hunsrück Schiefer- und Burgenstraße sind. Klicken Sie einfach auf den Namen der Ortsgemeinde und Sie werden auf die Internetseite der Ortsgemeinde weitergeleitet. Weitere Mitglieder sind die Gastgeber sowie auch einzelne Unternehmen, Vereine und Privatpersonen aus der Region.

Ortsgemeinde Bollenbach

Ortsbürgermeister Bernd Born

Blumenstraße 7
55624 Bollenbach
Tel. 06544-991553

 E-Mail:
 Ortsbürgermeister Bernd Born

 

Geschichte der Ortsgemeinde Bollenbach

Bollenbach bestand im Mittelalter aus zwei Teilen, dem Hochgericht und dem Ingericht, die zu den verschiedenen Herrschaftsbereichen Schmidtburg und Wildenburg gehörten. Die "Grenze" zwischen beiden Teilen ist kurioserweise bis heute als ein unbebauter Streifen in der Dorfmitte sichtbar. Wichtige Erwerbsquelle der Einwohner war neben kleinbäuerlich betriebener Landwirtschaft noch bis in die 60er Jahre des 20. Jahrhunderts der Schieferbergbau in sechs Gruben.

Ortsbildprägende Gebäude sind die mittelalterliche Zehntscheune, das 1719 erbaute Dorfkirchlein und der Fachwerkbau (1926) einer der ersten elektrischen Getreidemühlen des gesamten Hunsrücks, die bis heute noch betriebsfähig ist. Vor der Mühle laden Tisch und Bänke zur Rast und zum Betrachten der dörflichen Idylle ein.

Auf der Bollenbacher Gemarkung liegen mehrere Wüstungen als spärliche Überreste von Dörfern, die im 30jährigen Krieg durch Massaker oder die Pest entvölkert und nicht wieder besiedelt wurden.

Besonders deutliche Fundamentrelikte solcher einstigen Gehöfte sind noch beim Naturdenkmal der Dicken Eiche am historischen Weg nach Rudolfshaus und Wickenrodt vorhanden. Und weil die Zeit alle Wunden heilt, findet niemand etwas dabei, dass die Bollenbacher an der ehedem tragisch umwitterten Stelle heutzutage Grillfeste feiern.

Ortsgemeinde Brauweiler

Bürgermeister Karl-Jürgen Barth

Hauptstraße 17
55606 Brauweiler
Tel. 06754-272

 

Geschichte der Ortsgemeinde Brauweiler

Oberhalb des Simmerbachtales liegt auf dem westlichen Plateau der Soonvorstufe das Dorf Brauweiler. Die Höhe der Ortslage beträgt 322 m über NN. Die K 12 verbindet den knapp 90 Einwohner zählenden Ort mit der Bundesstraße B 421.

Die cirka 3,2 qkm große Ortsgemarkung war im Mittelalter Teil der Großgemarkung von Simmern unter Dhaun, die zum grundherrlichen Besitz des Reichsklosters St. Maximin vor Trier gehörte und deren Bewohner unter der Gerichtshoheit der Wildgrafen von Dhaun standen. Der Ortsname erscheint im Jahr 1340 als "Pruwilre" und geht auf die Grundbedeutung "Hof des Bruno" zurück.

Im Spätmittelalter kam das Dorf unter die Herrschaft der Grafen von Sponheim-Kreuznach. Verwaltungsstelle war das sponheimische Amt Koppenstein, das im 18. Jahrhundert dem badischen Oberamt Kirchberg eingegliedert wurde. Die evangelischen Einwohner von Brauweiler gehörten stets zur Kirchengemeinde Simmern unter Dhaun, während die Katholiken vom Pfarramt Seesbach betreut wurden.

Zur Zeit der französischen Herrschaft (1798-1814) war der Ort Bestandteil der Mairie Monzingen im Kanton Sobernheim. Monzingen blieb auch in der Folgezeit Amtssitz für die Ortsgemeinde, ehe Brauweiler 1970 zum Amt Kirn-Land kam.

Die 1864 erbaute ehemalige Schule steht unter Denkmalschutz.

Ortsgemeinde Bruschied

 Ortsbürgermeister Thomas Engbarth

 Oberdorf 9
 55606 Bruschied
 Tel. 06544-1523 oder 550

 E-Mail:
 Ortsbürgermeister Thomas Engbarth

 

Die Geschichte

Das Dorf Bruschied gehörte im Mittelalter zu einer größeren Grundherrschaft der Reichsabtei St. Maximin bei Trier, die - neben Bruschied - die Siedlungen Hausen bei Rhaunen, Woppenroth, Blickersau (Wüstung), Kaffeld (Wüstung), Bundenbach und Schneppenbach umfasste und vermutlich dem "Hofe Hausen" unterstellt war.
Bruschied bildete zusammen mit Schneppenbach eine Gemarkung und taucht erstmals im Jahr 1023 unter dem Namen "Prubesdervot" in den Güterlisten auf.
1282 heißt es "Probsterade", 1426 "Proistrot". Ortsnamenforscher deuten den Namen als "Rodung, die auf Propsteigut angelegt war".
Der Gemarkungsbezirk der beiden Dörfer war im Mittelalter gleichzeitig "Gerichtsbezirk", wo Schultheiß und Schöffen innerhalb dieses "Ingerichts" die niedere Gerichtsbarkeit ausübten. Dieses Ingericht war Bestandteil des Hochgerichts Rhaunen, das sich ursprünglich im Besitz der Wildgrafen befand, und die Blutgerichtsbarkeit einschloss.
Nach dem endgültigen Übergang der Schmidtburg an den Erzbischof und Kurfürsten von Trier gehörten Bruschied und Schneppenbach ab der Mitte des 14. Jahrhunderts zur Herrschaft Schmidtburg, die später das Amt Schmidtburg bildete und bis gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand. Die Ortsherrschaft über beide Dörfer lag zu gleichen Teilen bei Kurtrier und den Herren von Wiltberg.
Im Jahr 1563 wohnten in Bruschied 10 Familien. Davon waren 6 Familien dem Kurfürsten, 4 Familien den Wiltbergern abgaben- und dienstpflichtig.
Kirchlich gehörten Bruschied und Schneppenbach zur Pfarrei Hausen, wo um 1555 die Reformation eingeführt wurde. Da der kurtrierische Amtmann Nikolaus Schenk von Schmidtburg zum neuen Glauben übertrat, mussten auch die Einwohner von Bruschied die protestantische Konfession annehmen. Nach mehrfachem Bekenntniswechsel im Dreißigjährigen Krieg wurden im Zuge der Gegenreformation die Dörfer Bruschied, Schneppenbach und Bundenbach wieder katholisch.
Nach der französischen Gebiets- und Verwaltungsreform im Jahr 1798 kam Bruschied zur neugeschaffenen "Mairie de Kirn", der es bis zum Ende der französischen Herrschaft im Jahr 1814 angehörte. Die Gemeinde verblieb auch in der darauffolgenden preußischen Zeit zunächst in diesem Gemeindeverband, der ab 1815 die Bezeichnung "Bürgermeisterei Kirn" trug. Nach vorübergehender Zugehörigkeit dieser Gebietskörperschaft zum Kreis Simmern und Kreis Oberstein wurde Bruschied im Jahr 1817 der zum Kreis Simmern zählenden Bürgermeisterei Gemünden zugeteilt, die später anstelle der bisherigen Bezeichnung die Namen "Amt" und "Verbandsgemeinde" erhielt.
Mit der zuletzt erfolgten Gebiets- und Verwaltungsreform in Rheinland-Pfalz wurde am 08.11.1970 die Verbandsgemeinde Gemünden aufgelöst und Bruschied zusammen mit den Gemeinden Kellenbach, Königsau, Schneppenbach und Schwarzerden in die Verbandsgemeinde Kirn-Land innerhalb des Landkreises Bad Kreuznach eingegliedert.
Unter den Kunstdenkmälern und denkmalgeschützten Gemeinden ist für Bruschied zuerst die katholische Kirche St. Franz Xaver zu erwähnen. Die Kirche wurde 1892/93 nach Plänen des Freiburger Dombaumeisters Max Meckel an der Stelle einer kleineren Kirche aus dem 18. Jh. als neugotischer, einschiffiger Putzbau mit 5/8 Chor errichtet. Eine umfassende Restaurierung des Kircheninnern erfolgte 1969/70, u.a. mehrere Bildwerke aus der Zeit um 1700.
Weitere denkmalgeschützte Bauten sind in Bruschied die 1699 von einer Bruschieder Bürgerin gestiftete Marienkapelle und ein aus dem 17. Jh. stammendes Wohnhaus in der Oberdorfstraße.

Ortsgemeinde Bundenbach

Bürgermeister Michael Brzoska

Ringstraße 28a
55626 Bundenbach
Tel. 06544-286

 E-Mail: info@bundenbach.de

 Internet: www.bundenbach.de

 

Geschichte der Ortsgemeinde Bundenbach

Der Erholungsort Bundenbach ist einer der historischen Schwerpunkte des Hunsrücker Schieferbergbaus, der seit dem frühen Mittelalter bis in die 60er Jahre des 20. Jahrhunderts auf insgesamt 32 Gruben betrieben wurde. Der Ort bildet auch das Zentrum der Hunsrück-Schiefer- und Burgenstraße. In der Besuchergrube Herrenberg und dem ihr angeschlossenen Fossilienmuseum werden die Geschichte des Bergbaus sowie der 400 Millionen Jahre alte Fossilienreichtum des Gesteins veranschaulicht und dokumentiert.

Die latènezeitliche Höhensiedlung "Altburg", deren Wohn- und Wirtschaftsgebäude nach einer umfassenden archäologischen Ausgrabung zum Teil rekonstruiert worden sind, vermittelt einen romantischen Eindruck vom Leben der keltischen Hunsrücker vor gut zwei Jahrtausenden. Und gleich gegenüber trägt ein mächtiger Felsklotz hoch über dem schäumenden Hahnenbach die gleichfalls freigelegten und teilweise wiederaufgebauten Mauerzüge der mittelalterlichen Schmidtburg. Diese weitläufige und sehr malerische Ruine verdient nicht nur deshalb Beachtung, weil sie ein bevorzugter Unterschlupf der Räuberbande des Schinderhannes war, sondern vor allem wegen ihrer genealogischen Bedeutung: Von dieser einsam gelegenen Schmidtburg stammten nämlich all jene Wild-, Rhein- und Raugrafen her, deren weitverzweigte Nachkommenschaft später die berühmteren Burgsitze an Nahe, Mittelrhein und Mosel errichten ließ.

Ortsgemeinde Dickenschied

Bürgermeister Karl Wilhelm Bender

 Backesweg 6
 55483 Dickenschied
 Tel. 06763-2163

 E-Mail:
 Bürgermeister Karl Wilhelm Bender

 Internet: www.dickenschied.de

 

Geschichte der Ortsgemeinde Dickenschied

Um 1100 wurde Dickenschied bei dem Stift St. Kastor in Karden erstmals erwähnt.

Die Katholische Pfarrkirche der 14. Nothelfer wurde in den Jahren 1842/1844 erbaut (Figuren zum Teil Renaissance). Die Spätgotische Pieta stammt aus dem 16. Jahrhundert. Die Evangelische Pfarrkirche wurde zwischen 1914 und 1916 errichtet. Die Kirche ist ein Jugendstilbau, bemerkenswert sind vor allem die Holzpfosten der Orgelbühne mit ihren Jugendstilornamenten. Auf dem Gemeindefriedhof finden sich das Grabmal und die Gedenkstätte des "Predigers von Buchenwald", Pfarrer Paul Schneider.

Bis 1956 wurde bei Dickenschied Schiefer unter Tage abgebaut. Der Stollen kann von Gruppen im Zeitraum zwischen April und Oktober besichtigt werden. Anmelden können Sie sich bei Herrn Erwin Wagner in Kirchberg (Tel.: 06763/4302).

Ortsgemeinde Gehlweiler

Bürgermeister Kurt Aßmann

Hauptstraße 36
55490 Gehlweiler
Tel. 06765-7187

 E-Mail:
 Ortsbürgermeister Kurt Aßmann

 Internet: www.gehlweiler.de

 

Geschichte der Ortsgemeinde Gehlweiler

Frühe Erwähnung im 9. und 10. Jahrhundert im Sobernheimer Landkapitel in Urkunden zur Willigiskirche bei Auen. Gehlweiler gehörte zur Burg Koppenstein, war sponheimisch und wurde 1707 badisch. Die älteste Schreibweise des Ortsnamens lautet 1317 Gelwilre. Bis 1575 gehörte der Ort zum Kirchspiel Getzbach (Seesbach) und kam dann nach Gemünden. Im 17. Jahrhundert hatte Gehlweiler eine eigene Kapelle. Sie stand gegenüber der neuen Schule und ist heute nicht mehr vorhanden. Eine dörfliche Kostbarkeit ist das ehemalige Gemeindebackhaus mit seinem herrlichen Fachwerk und einem Glockenreiter aus dem 18. Jahrhundert. Das Haus Hauptstraße 16 war das ehemalige Zehnthaus. Bemerkenswert ist die dreibogige Quader- und Bruchsteinbrücke aus dem 18./19. Jahrhundert mit Schiefer-Flügelmauern. In der "alten Schmiede" wurden Teile des Films “Heimat“ von Edgar Reitz gedreht.

Der neue Edgar Reitz Film "Die andere Heimat" wurde in Kulissen aus dem Jahr 1840, die im Bereich der Schmiede von April - August 2012 aufgebaut waren, gedreht.

Ortsgemeinde Gemünden

 

Bürgermeister Dieter Kaiser

Amselweg 3
55490 Gemünden
Tel. 06765-525

 E-Mail:
 Bürgermeister Dieter Kaiser
 Internet: www.gemuenden.de

 

Geschichte der Ortsgemeinde Gemünden

Der Erholungsort Gemünden, auch die Perle des Hunsrücks genannt, liegt am Fuße des Soonwaldes, wo sich Simmerbach und Lametbach vereinigen. Schon aus der Ferne bietet Gemünden einen malerischen Anblick. Die vom Simmerbach umflossenen Häuser des eigentlichen „Fleckens“ schmiegen sich eng an den Schlossberg. Aus ihrer Mitte ragen die Türme der evangelischen und katholischen Kirche empor, und hoch darüber auf einer Felsenterasse krönt das Schloss der Familie von Salis-Soglio. Zahlreiche idyllische Winkel und schöne alte Fachwerkhäuser aus dem 17. und 18. Jahrhundert verleihen dem Ort einen besonderen Charme. Krieg und Feuer haben leider die meisten alten Häuser vernichtet.

Die Geschichte erwähnt den Ort erstmals 1304 als Besitz der Grafen von Sponheim.

Sehenswürdigkeiten

Die ev. Kirche (ehemalige Schlosskirche)
Das Baujahr der 1905 größtenteils niedergelegten ev. Kirche und ihrer Vorgängerbauten ist wegen fehlender Unterlagen nicht mehr genau zu ermitteln. Alte Pläne lassen darauf schließen, dass die Kirche mit Sicherheit in spätromanischer Zeit (13. Jahrhundert) entstand. Nach dem großen Brand in Gemünden um 1460 baute man auf alten Grundmauern zwischen 1440 und 1488 eine einschiffige Kirche, deren Chor heute noch erhalten ist. 1901/02 musste der Turm wegen Baufälligkeit größtenteils niedergelegt werden. Nach dem Abbruch von Schiff und Chorquadrat entstand ein einschiffiges neugotisches Langhaus unter Beibehaltung des spätgotischen Chores.
Besonders sehenswert: Die lebensgroßen Grabdenkmäler der Schmidtburger aus dem 16. und 17. Jahrhundert.

Die kath. Kirche
Die katholische Kirche wurde nach Auflösung des Simultaneums (1897) als neuromanischer Saalbau mit zwei Schiffen in den Jahren 1899/1901 erbaut.

Das Schloss
Das Gemündener Schloss, ein dreigeschossiger Bruchsteinbau mit vier runden Ecktürmen, erhebt sich auf halber Höhe am Hang und bildet das Wahrzeichen von Gemünden. Die Grundmauern der von den Sponheimer Grafen errichteten Burg stammen aus dem 12. Jahrhundert. 1514 ging die Burg in den Besitz der Schmidtburger Ritter über. 1689 wurde sie durch die Franzosen zerstört und ab 1706 als Schloss wieder aufgebaut. Hierbei wurden die Türme ihrer Wehrfunktion entledigt und als Wohnräume integriert. Im 19. Jahrhundert entstanden auf der Westseite des Schlosses Stallungen und Wirtschaftsgebäude. 1815 heiratete die letzte Erbin einen österreichischen Reiteroffizier von Salis-Soglio, desssen Nachkommen heute das Schloss bewohnen.

Ortsgemeinde Hahnenbach

Bürgermeister Franco Sicuranza

Fasanenweg 17a
55606 Hahnenbach
Tel. 06752-7247331

 E-Mail:
 Bürgermeister Franco Sicuranza

 

Die Geschichte der Ortsgemeinde Hahnenbach

 

Ebenso wie bei dem Dorf Hennweiler (früher: Hanenwilare) dürfte der Ortsname von Hahnenbach (früher: Hanenbach) auf den Leitnamen einer fränkischen Adelssippe zurückgehen, der Haganonen. Sie waren ab dem 7. Jahrhundert als Angehörige eines sog. "Reichsadels" im rheinhessischen Raum begütert und ansässig. Nachfahren dieser Familiensippe hatten vermutlich im 7./8. Jahrhundert bei der Erschließung der Waldgebiete zwischen Mosel und Nahe Land urbar gemacht und Siedlungen gegründet. Viele Ortsnamen gehen daher auf den Besitzer, Gründer oder Vorsteher einer Siedlung zurück, von dem der Hof oder das spätere Dorf den Namen erhielt.

 

Im hohen und späten Mittelalter war Hahnenbach im Besitz der Herren von Stein (Steinkallenfels), d.h. die Bewohner des Dorfes waren den dortigen Burgherren dienst- und abgabenpflichtig.
Nach der Erbauung der Burg Wartenstein durch den Ritter Tilmann vom Stein (1357) wurde Hahnenbach Bestandteil der Herrschaft und des späteren Amtes Wartenstein, das vom Unteramt Hennweiler und dem Unteramt Hahnenbach oder Weiden gebildet wurde. Zum Amt Hahnenbach/Weiden gehörten die Orte Hahnenbach, Weiden, Herborn sowie ein Teil von Niederhosenbach und Königsau.

Während das Amt Hennweiler unter pfalz-zweibrückischer Landeshoheit stand, war im Amt Hahnenbach der Erzbischof und Kurfürst von Trier oberster Lehensherr. Beide Ämter wurden ab dem 16. Jahrhundert von einem Amtmann in Personalunion von Wartenstein aus verwaltet. Nachdem ab ca. 1400 verschiedene Familien aus dem niederen Adel im Amt Wartenstein Herrschaftsrechte ausgeübt hatten, wurden im 16. Jahrhundert die Herren von Schwarzenberg und nach deren Aussterben (1583) die Herren von Warsberg die alleinigen Herren der reichsunmittelbaren Herrschaft Wartenstein, die bis zur Besitzergreifung des linken Rheinufers durch die Franzosen bestanden hat.
Während der französischen Herrschaft (1798-1814) war Hahnenbach eine von 12 Landgemeinden, die zusammen mit dem Hauptort Kirn die "Mairie Kirn" bildeten und zum Arrondissement (Kreis) Simmern gehörten. Unter preußischer Landesherrschaft und nach kurzzeitiger Zugehörigkeit zum Kreis Simmern (1815/16) und zum Kreis Oberstein (1816/17) kam die in "Bürgermeisterei Kirn" umbenannte Gebietskörperschaft "Mairie Kirn" am 16. April 1817 an den Kreis Kreuznach. Hahnenbach verblieb als Gemeinde innerhalb dieser Gebietskörperschaft, die nach mehreren Gebiets- und Verwaltungsreformen (1817/1858/1894/1927/1940/1969/70) die heutige Verbandsgemeinde Kirn-Land bildet.

Ortsgemeinde Hausen

Bürgermeister Herbert Friedrich

Rechweg 4
55606 Hausen
Tel. 06544-548

 E-Mail:
 Bürgermeister Herbert Friedrich

 

Geschichte der Ortsgemeinde Hausen

Obwohl erstmals in einer 1051 datierten Urkunde erwähnt, dürfte Hausen sogar noch älter sein, denn schon damals besaß der Ort eine Kirche. Durch dieses Gotteshaus erhielt das auf seiner Felsterrasse über einer weiten Kyrbachschleife ungemein prächtig thronende Dorf bereits im Mittelalter erhebliche Bedeutung als Mittelpunkt eines großen Kirchspiels. Das ursprünglich dem Heiligen Remigius geweihte Gotteshaus besitzt noch seinen romanischen Chorturm aus vier sich verjüngenden Geschossen; der dreiseitig geschlossene Saalbau dahinter wurde erst 1747 anstelle des baufällig gewordenen mittelalterlichen Kirchenschiffs neu an- und aufgebaut.

Höchst malerisch wirkt schon von weitem die enge Gruppierung alter Gehöfte des historischen Ortskerns im Schatten der Kirche. Aber auch der jüngere Dorfteil auf dem gegenüberliegenden Hang verfügt über eine durchaus ansehnliche alte und jüngere Bausubstanz. Ein von dort aus der Talweitung hinauf zu den Aussiedlerhöfen und dann weiter in Richtung Gösenroth verlaufender Landwirtschaftsweg folgt jener uralten Schmidtburger "Ritter- und Pfaffenstraße", die wahrscheinlich bereits zur Römerzeit begangen worden war und im Mittelalter als eine der wichtigsten Verbindungsstrecken zwischen den Burgen an Nahe und Mosel diente. Neben der Land- und Forstwirtschaft sowie gewerblich betriebenen Mühlen, von denen die Hausener Bauernmühle am Idarbach in Richtung Rhaunen noch zu sehen ist, hatte noch bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts vor allem auch der Schieferbergbau erhebliche Bedeutung. Im dicht umwaldeten Kaschecktälchen zwischen Hausen und Oberkirn sind noch die mächtigen Halden und sonstigen Relikte der historischen Layenbrüche zu entdecken. Ein ohnehin recht sagenhaftes Waldgebiet, durch das ein empfehlenswerter Wanderweg vom Habichtsberg über den Galgenhügel zum Weiberborn und dann längs der Kyr wieder nach Hausen führt.

Ortsgemeinde Hellertshausen

Bürgermeister Karl-August Piontek

Hauptstraße 2
55758 Hellertshausen
Tel. 06786-1514

 E-Mail:
 Bürgermeister Karl-August Piontek

 

Geschichte der Ortsgemeinde Hellertshausen

Unter dem Südhang des Idar­waldrückens und oberhalb der Wie­senmulde des Zillichbachs zeigt sich der malerische Ort von seiner attraktivsten Seite, wenn man von Stipshausen her durch einen lichten Ler­chenwald und eine einseitige Lindenallee herabgefahren kommt. Gegenüber prägt der bewaldete Kamm des Massivs von Mörschieder Borr und Wil­denburg die Land­schaftskulisse. Innerorts fällt sogleich die geglückte Neu­gestal­tung der Straßen­züge und Freiflächen auf. Hüb­sche Akzente set­zen die attrak­tiven Stra­ßen­leuchten. Das Laub der Bäume am Dorfstraßenrand und die Raster der Pfla­ster­steine erge­ben überdies recht spannungs­volle Kontraste.
Mehrere alte Anwesen in Hel­lertshausen zeigen teils noch die durch Kli­ma und Nutzungs­art abgewandelte landschafts­typische Sonder­form des alt­fränkischen Vierseitengehöfts. Vielleicht bestanden ihre Vor­gän­gerbau­ten bereits um 1331, als Hellertshausen noch "Hil­der­tusin" hieß. Viel jünge­ren Entstehungsdatums sind allerdings "Haniels Schlößchen" und das malerische Forsthaus im Vier­herren­wald, in dessen Be­sitz sich einst die Wild- und Rhein­gra­fen, Kur­trier, Baden und die Frei­herrn Cratz von Scharffen­stein teil­ten. Weit außerhalb des Ortes und fast schon auf Schaurener Ge­markung steht das letzte Gebäude von Ham­merbir­ken­feld. Dort hatte Jo­hann Nikolaus Stumm im Jahr 1715 die Er­laub­nis erhalten, einen Eisen­ham­mer zu betreiben. Diese Ge­nehmi­gung gilt als historischer Startschuß für den steilen Aufstieg der Stumm'schen "Eisendyna­stie", deren Söhne bereits in der zweiten Generation, 1743, als nächstes Werk und Renditeob­jekt die As­bacherhütte er­war­ben, nach­dem Johann Niko­laus Stumm - der Stamm­vater - kurz zuvor in Hammer­birken­feld das Zeitliche ge­segnet hatte.

Ortsgemeinde Heinzenberg

Bürgermeister Walter Rockenbach

Dorfstraße 7
55606 Heinzenberg
Tel. 06754-233

 

Geschichte der Ortsgemeinde Heinzenberg

Die Ortsgemeinde Heinzenberg liegt im Simmerbachtal an der Bundesstraße 421 Martinstein/Simmertal-Kirchberg. Die Gemarkung ist 196 ha groß und besteht zu 70 % aus Wald. Die Höhe der Ortslage beträgt 198 m über NN. Das Dorf ist mit 43 Einwohnern die kleinsten Gemeinde im Landkreis Bad Kreuznach.

Im Mittelalter stand etwas oberhalb des Dorfes eine kleine Burg, die 1152 als "Henzenberg" urkundlich erwähnt wird. Ihre Bewohner, die Herren von Heinzenberg, spielten in der Region eine nicht unbedeutende Rolle, wo sie als Vasallen der Grafen von Veldenz und der Wildgrafen sowie als Ministeriale der Erzbischöfe von Mainz und Trier in Erscheinung traten. Zu den Veldenzer Lehen der Heinzenberger gehörte unter anderem die Vogtei Hennweiler. Ihr Wappen mit der silbernen Schnalle weist auf eine Verwandtschaft mit den Herren von Schmidtburg hin.

Unter den Herren von Heinzenberg ragt Wilhelm III. von Heinzenberg besonders heraus, was bereits zu seiner Zeit im lat. Namenstitel "nobilis vir" (Edelmann) verdeutlicht wurde. Als Minnesänger, dessen Lieddichtung sogar in die Manessische Liederhandschrift Eingang fand, kam der Heinzenberger zu Ehren. Kurz vor 1400 starb das Geschlecht der Heinzenberger aus, deren Erbe nun auf die Ritter von Wartenstein über dem Hahnenbachtal überging.
Mit der französischen Verwaltungsreform von 1798 wurde Heinzenberg Bestandteil der Mairie Kirn. Um 1800 zählte der Ort sechs eingeschossige Gebäude. Mit der 1815 erfolgten preußischen Verwaltungsreform kam Heinzenberg zur Bürgermeisterei Kirn.
Die meisten Ortseinwohner sind katholisch und gehören zur Pfarrei Oberhausen. Der einzige Ortsverein, der Kultur- und Heimatverein Heinzenberg, hat mehr Vereinsmitglieder als das Dorf Einwohner zählt. Ein Prunkstück der Ortsgemeinde ist das mit viel Eigenleistung erbaute Bürgerhaus.

Ortsgemeinde Hennweiler

Ortsbürgermeister Michael Schmidt

In Ambrach 5
55619 Hennweiler
Tel. 06752-8504

 E-Mail:
 Bürgermeister Michael Schmidt

 Internet: www.Hennweiler.de

 

Geschichte der Ortsgemeinde Hennweiler

Auf einer Hochfläche des Hunsrückvorlandes liegt am Fuße des Lützelsoons die Ortsgemeinde Hennweiler. Ihre Gemarkung ist mit fast 14 qkm die größte in der Verbandsgemeinde Kirn-Land. Mehr als die Hälfte der Gemarkungsfläche wird von Wald eingenommen. Die Höhe der Ortslage beträgt 374 m über NN. Über drei Kreisstraßen ist der Ort gut mit seinen Nachbargemeinden und der weiteren Region verbunden. Mit 1.300 Einwohnern und der Ausweisung weiterer Baugebiete zeigt die Lützelsoongemeinde wachsende Tendenzen.

Die erste urkundliche Erwähnung des Dorfes stammt aus dem Jahr 992, als König Otto III. unter der Federführung des Mainzer Erzbischofs Willigis das Königsgut "Hanenwilare" dem kurz zuvor errichteten Stift St. Stephan in Mainz schenkte. Es ist sehr wahrscheinlich, daß unter dem Einfluß dieses Stiftes die Erbauung der Stephanus-Kirche als Mutterkirche im Pfarrbezirk Hennweiler erfolgte. Dieser Bezirk war im Mittelalter mit der Vogtei Hennweiler identisch, die - als ein Gerichts- und Verwaltungsbezirk - die Orte Hennweiler, Oberhausen, Guntzelnberg, Rode, Heinzenberg und den Eigener Hof umfaßte.

Die Vogtei Hennweiler war als Lehen der Grafen von Veldenz im 13./14. Jahrhundert an die Herren von Heinzenberg vergeben. Der Verwaltungsbezirk bildete ab dem 16. Jahrhundert unter der Bezeichnung "Amt Hennweiler" zusammen mit dem Bezirk "Amt Hahnenbach" die Reichsherrschaft Wartenstein mit Verwaltungssitz auf Wartenstein.
Im 16. Jahrhundert waren die Herren von Schwarzenberg, im 17./18. Jahrhundert die freiherrliche Familie von Warsberg die Ortsherren von Hennweiler. Unter den Herren von Schwarzenberg erfolgte 1555 die Einführung eines Marktes.

Im Sommer 1781 brannte der Ort zu mehr als zwei Drittel ab. In den Jahren 1790-92 wurde das Kirchenschiff neu erbaut. Hennweiler war zur Zeit der französischen Herrschaft (1798-1814) Bestandteil der Mairie Kirn, aus der sich im 19. Jahrhundert die Landbürgermeisterei Kirn entwickelte. In der Bevölkerung überwiegt das evangelische Bekenntnis. In Hennweiler ist das evangelischen Pfarramtes Hennweiler-Oberhausen-Hahnenbach zu Hause. Die katholischen Ortseinwohner gehören zur Pfarrei Oberhausen. Die Kirche der katholischen Pfarrgemeinde in Hennweiler wurde 1934 erbaut.

Hennweiler ist Standort einer Grundschule deren Einzugsgebiet fünf Gemeinden umfasst. Den hiesigen Kindergarten besuchen auch die Kinder aus Bruschied und Schneppenbach.

Für den Fremdenverkehr ist Hennweiler gut geeignet. Ein ausgebautes Wanderwegenetz, ein Trimm- und Freizeitgelände sowie einige interessante Wanderziele in der näheren Umgebung, wie zum Beispiel der Teufelsfels oder Schloß Wartenstein, können diese positive Einschätzung noch verstärken. Zu den weiteren Sehenswürdigkeiten gehören die denkmalgeschützte "alte Schule" und vor allem die evangelische Stephanus-Kirche. Der stattliche Chorturm aus dem 12./13. Jahrhundert, Grabdenkmäler und Fresken im ehemaligen Chor sowie eine Stumm-Orgel von 1846 sind die Besonderheiten des Gotteshauses.

Ein traditionsreiches Ereignis findet in der Ortsgemeinde mit der Veranstaltung des Hennweiler Marktes jedes Jahr Ende Juli statt.

Ortsgemeinde Hochstetten-Dhaun

Ortsbürgermeister Hans-Helmut Döbell

Im Steingrund 5
55606 Hochstetten-Dhaun
Tel. 06752-5393

 E-Mail:
 Bürgermeister Hans-Helmut Döbell

 

Geschichte der Ortsgemeinde Hochstetten-Dhaun

Die Ortsgemeinde Hochstetten-Dhaun entstand 1969 durch freiwilligen Zusammenschluß der selbständigen Gemeinden Hochstetten, Hochstädten und Dhaun. Mit rund 1700 Einwohnern und cirka 12,6 qkm Gemarkungsfläche ist Hochstetten-Dhaun die zweitgrößte Ortsgemeinde in Kirn-Land. Dhaun liegt auf einer Höhe von 340 m über NN, Hochstädten und Hochstetten auf 180 m über NN. Die einzelnen Ortsteile, einschließlich St. Johannisberg und der Karlshof, sind durch die Kreisstraße 9 miteinander verbunden. Der Ortsteil Hochstetten liegt zudem an der Bundesstraße 41, was sich für die Ansiedlung eines Industrie- und Gewerbegebietes als Standortvorteil erwies.

Der Ortsname Hochstetten findet um 1100 erstmals in einer Mainzer Urkunde für das Kloster Disibodenberg Erwähnung, worin ein gewisser Grundbesitzer namens "Ludovicus de Hosteden" (Ludwig von Hochstetten) dem Kloster Güter schenkte, die er in dem Dorf Merxheim besaß.
Der Ortsteil Hochstetten am linken Naheufer hieß früher "Nächsthochstetten", während der Ortsteil Hochstädten auf der anderen Flußseite "Überhochstetten" genannt wurde. Beide Dörfer waren Bestandteil des wild- und rheingräflichen Amtes Dhaun und bildeten die Schultheißerei Hochstetten. Das Amt Dhaun bestand im Jahr 1515 aus der Burg, dem Städtchen Dhaun, dem Dorf und der Vogtei Simmern unter Dhaun, den Dörfern Über- und Nächsthochstetten sowie Anteilen an Kirn, Bergen, Rhaunen und Hausen.

Nach der verlorenen "Dhauner Fehde" mußte im Jahr 1342 Wildgraf Johann das Dorf dem Erzbischof Balduin von Trier übergeben, der seinerseits den Wildgrafen wieder damit belehnte. Auch die Grafen von Veldenz hatten in Hochstetten Güter und Rechte. Im Jahr 1426 hatte Vogt Johann von Simmern unter Dhaun das halbe Dorf und Gericht zu Überhochstetten vom Dhauner Wildgrafen zu Lehen.

Infolge der französischen Verwaltungsneuordnung von 1798 trennten sich die Wege der beiden "Hochstetten", zumindest was die amtliche Zuordnung anging. "Nächsthochstetten" wurde Bestandteil der Mairie Kirn im Département Rhein und Mosel, während "Überhochstetten" der Mairie Merxheim zugeordnet wurde. Zur besseren Unterscheidung der beiden gleichnamigen "Hochstetten", die nun verschiedenen Départements (vergleichbar Regierungsbezirke) angehörten, wurde das alte "Überhochstetten" in Hochstädten gewandelt.
Nach dem Ende der napoleonischen Herrschaft wurden Hochstetten und Dhaun der preußischen Bürgermeisterei Kirn zugeteilt. Hochstädten verblieb bei der Oberschultheißerei Merxheim im hessen-homburgischen Oberamt Meisenheim. Mit der Auflösung des Oberamtes und der Neubildung des preußischen Landkreises Meisenheim im Jahr 1869 wurde Hochstädten Bestandteil der Bürgermeisterei Meddersheim. Nach deren Auflösung kam Hochstädten 1940 zum Amt Kirn-Land.
Hochstetten-Dhaun hat sich zur Wohn- und Gewerbegemeinde entwickelt. In früherer Zeit waren lediglich die Hochstettener Steinbrüche von industrieller Bedeutung. Seit 1970 ist die Ortsgemeinde staatlich anerkannter Erholungsort.

Mit Schloß Dhaun und der Stiftskirche St. Johannisberg hat sie zwei Sehenswürdigkeiten aufzuweisen, die zu den bedeutendsten kulturellen Stätten des Kirner Landes gehören. Die alte wildgräfliche Hauptburg Dhaun ist durch die Initiativen des Zweckverbandes Schloß Dhaun zudem zur "Lernburg" umgestaltet worden, wo seit 1957 die Heimvolkshochschule Schloß Dhaun zu Seminaren im Bereich der Jugend- und Erwachsenenbildung einlädt. Gern besucht wird auch der geologische Lehrpfad, ein Rundwanderweg, auf dem Abschnitte der erdgeschichtlichen Entwicklung unserer Region aufgezeigt werden.
Die Mehrzahl der Einwohner sind evangelisch und jeder Ortsteil hat eine Kirche. Das zuständige Pfarramt für die evangelische Kirchengemeinde ist St.Johannisberg. Die katholischen Einwohner gehören dem Pfarramt Kirn an.
Die Ortsgemeinde unterhält einen Drei-Gruppen-Kindergarten, der 1973/74 erbaut wurde. In Hochstetten befindet sich außerdem eine Grundschule, die als Außenstelle der Grundschule Simmertal geführt wird.
Das Vereinsleben ist in der Ortsgemeinde sehr stark ausgeprägt und von vielerlei Aktivitäten gekennzeichnet.

Ortsgemeinde Horbruch

Ortsbürgermeister Klaus-Peter Hepp

Unterdorf 4a
55483 Horbruch
Tel. 06543-2210

 E-Mail:
 Bürgermeister Klaus-Peter Hepp

 Internet: www.horbruch.de

 

Geschichte der Ortsgemeinde Horbruch

Bei der archäologischen Freilegung mehrerer frühgeschichtlicher Grabhügel in der Feldmark oberhalb der Marienmühle kamen als Beigabenfunde die Überreste von Hieb- und Stichwaffen sowie einige fast unversehrte Schmuckstücke mit typisch keltischen Ornamenten zutage. Und am Nordhang des Idarwalds, keine drei Kilometer vom heutigen Ort entfernt, ist im Quellgebiet des Koppelbachs die Tempelstätte eines gleichfalls schon seit der Keltenzeit vielbesuchten und von den Römern ausgebauten Sirona-Heiligtums (2. Jh. n. Chr.) mit einem Votivaltar und den annähernd lebensgroßen Statuen der Heilgöttin Sirona und des Apollo Grannus ausgegraben worden. Unmittelbar an Horbruchs südlichem Ortsrand führte einst die wichtigste Überlandverbindung zwischen den Römerstädten Trier und Mainz vorüber. Parallel zu dieser "Ausoniusstraße" wurde vor dem Zweiten Weltkrieg die jetzige Bundesstraße 327 aus dem Boden gestampft. Diese ursprünglich als Rollbahn für den militärischen Aufmarsch gen Westen konzipierte "Hunsrückhöhenstraße", knapp zwei Kilometer vom Ort entfernt, erfreut sich heute großer Beliebtheit als touristische Route. Horbruch besitzt eine Anzahl vortrefflich restaurierter Bauernhäuser.

Besonders sehenswert sind auch die hier und da noch in der althergebrachten Hunsrücker Weise gestalteten und teils von Hecken eingefassten Zier- und Nutzgärten. Die artenreiche Vielfalt der Wald- und Wiesenflora lässt sich beiderseits der Wanderwege bewundern, die den plätschernden Wasserläufen von Koppel-, Alt- und Hirschbach folgen. Als ausgesprochen romantische Akzente zeigen sich inmitten der vielen naturschönen Anblicke die teils aus schwarzweißem Fachwerk und teils aus rötlichem Quarzit und Sandstein errichteten historischen Wassermühlen.

Ortsgemeinde Hottenbach

Bürgermeister Horst Kreischer

Ringstraße 23
55758 Hottenbach
Tel. 06785-7546

 E-Mail:
 info@gemeinde-hottenbach.de

 Internet:
 www.gemeinde-hottenbach.de

 

Geschichte der Ortsgemeinde Hottenbach

Obwohl Hottenbach erstmals im Jahr 1181 urkundlich erwähnt wurde, ist sicher, dass der Ort bereits in der Frühgeschichte besiedelt und in römischer Zeit sogar zu Bedeutung gelangt war. So steht das herausragendste Bauwerk, die Kirche mit ihrem Turm von 1290, auf den Resten eines römischen Gebäudes und bildet so seit jeher den historischen Ortsmittelpunkt. Der imposante Sakralbau, dessen Langhaus 1903 errichtet wurde, birgt unter seiner landestypischen Portalvorhalle eine schön ornamentierte Tür und im Inneren eine Kanzel mit gleichfalls geschnitzten Brüstungsfeldern (1701) sowie eine kostbare Stumm-Orgel aus dem Jahr 1782. Bewunderung verdienen auch die stilvollen Fresken der späten Romanik (14. Jh.) mit ihren Darstellungen von Engeln und Evangelistensymbolen, der Heiligen Dreifaltigkeit und der Gestalt des Christophorus. Aus einer antiken Tempelanlage, die sich einst auf der östlich Hottenbach gelegenen Hochfläche (neben der jetzigen Straße nach Sulzbach) erhob, stammt ein gleichfalls in der Kirche aufbewahrter Viergötterstein mit Juno, Minerva, Herkules und Merkur. Bereits 1247 war das Hottenbacher Gotteshaus der Mittelpunkt eines Kirchspiels, zu dem Asbach, Hellertshausen und Weiden gehörten.

Noch um einiges weiter zurück reicht der feudale Ursprung des ehedem als "Hottenbacher Pflege" bezeichneten Hochgerichts, das vier Grundherrschaften - Kurtrier, Sponheim, Scharffenstein sowie die Wild- und Rheingrafen - mehr schlecht als recht untereinander teilten. Hottenbach verfügt über eine stattliche historische Bausubstanz, darunter das alte Verwaltungsgebäude ("Schelle Haus"; 18. Jh.) unmittelbar westlich der Kirche. Dem Ort kommt heute beträchtliche Bedeutung als kultureller Mittelpunkt zu. Mehrere Vereine, die Orts- und die Kirchengemeinde sowie auch private Veranstalter tragen dazu bei. Nicht zuletzt die ambitionierten Schauspieler der Hottenbacher Theatergruppe spielen eine vielbeachtete Rolle.

Ortsgemeinde Kellenbach

Bürgermeister Hans-Peter Haider

Schiefersteinstraße 12
55606 Kellenbach
Tel. 06765-7767

 E-Mail:
 Bürgermeister Hans-Peter Haider

 

Geschichte der Ortsgemeinde Kellenbach

Die Ortsgemeinde Kellenbach liegt an der Bundesstraße 421 (Simmertal-Moseltal) und an der Kreisstaße 4, die den Ort mit Hennweiler und Weitersborn verbindet. Die Ortsgemarkung ist etwa 8,3 qkm groß, wobei der Wald mehr als zwei Drittel der Gemarkungsfläche ausfüllt. Das rund 290 Einwohner zählende Dorf liegt 215 m über NN.
Urkundlich wird Kellenbach erstmals um 1200 erwähnt. Zu dieser Zeit erbaute ein Theoderich vom Stein in Kellenbach ein Burghaus. Er war der Stammvater der Herren von Kellenbach als einer Seitenlinie der Herren von Stein (Steinkallenfels). Um 1750 erfolgte der Verkauf des Rittergutes an den Wartensteiner Amtmann F. Ph. Renauld.
Das Dorf war bis zu Anfang des 18. Jahrhunderts Amtssitz eines Gerichts- und Verwaltungsbezirkes, der auch die Dörfer Henau, Königsau und Schwarzerden umfaßte. Die Gerichtsbarkeit lag zu gleichen Teilen beim Grafen von Sponheim, den Herren von Steinkallenfels, den Herren von Schmidtburg und den Herren von Kellenbach. Im 18. Jahrhundert gehörte das Dorf zum badischen Oberamt Kirchberg.
Mit der französischen Gebiets- und Verwaltungsreform kam Kellenbach um 1800 zur Mairie Kirn. Der Ort hatte damals 40 Wohnhäuser, wovon vier Häuser zwei Stockwerke aufwiesen.
Während der nachfolgenden preußischen Zeit gehörte Kellenbach zur Bürgermeisterei Gemünden im Landkreis Simmern.

Der Ort ist Sitz der evangelischen Kirchengemeinde Kellenbach, der auch Henau, Schwarzerden und Königsau angehören. Die Kapelle St. Hildegardis der katholischen Kirchengemeinde wurde 1912 erbaut und ist Filialkirche von Seesbach. Die denkmalgeschützte evangelische Kirche liegt auf einem Hügel beherrschend über dem Dorf. Ihre romanischen und gotischen Bauelemente weisen sie als eine der ältesten Kirchen in der Verbandsgemeinde aus.

Seit 1978 unterhält die Ortsgemeinde zusammen mit der Ortsgemeinde Königsau einen Gemeindekindergarten, der durch Umbau der ehemaligen Schule in Kellenbach errichtet wurde.

Ortsgemeinde Königsau

Bürgermeister Hermann Brüninghoff

Hauptstraße 11
55606 Königsau
Tel. 06765-949647

 E-Mail:
 Bürgermeister Hermann Brüninghoff

 

Geschichte der Ortsgemeinde Königsau

Zwischen Kellenbach und Gemünden/Gehlweiler liegt an der Bundesstraße 421 die Ortsgemeinde Königsau. Die Höhe der Ortslage beträgt 220 m über NN. Gut zwei Drittel der cirka 2 qkm großen Gemarkung ist bewaldet. Das Dorf hat rund 100 Einwohner.
Königsau wird im Jahre 1325 als "Kunigesauwe" urkundlich erwähnt. Spätere neuzeitliche Schreibformen des Ortsnamens waren "Königß Auen" (1601) und "Kinzau" (1766), wobei die letztere Namensform in der mundartlichen Ortsbezeichnung "Kinze" bis heute weiter existiert.
Der mittelalterliche Ortsname dürfte auf das althochdeutsche "cuning" (König) zurückgehen. Vermutlich war das Gebiet um Königsau/Kellenbach einmal Königs- bzw. Reichsgut. Zu dieser Deutung scheint auch die Rolle der Herren von Stein (Steinkallenfels) zu passen, die als Reichsministeriale im Hochgericht Kellenbach die Gerichtsbarkeit ausübten.

Im Jahre 1325 erwarb der Trierer Erzbischof und Kurfürst Balduin von Luxemburg von dem Ritter Friedrich von Steinkallenfels Anteile an Gütern und Rechten, die der Steinkallenfelser in Königsau und Schwarzerden besessen und vom Besitz des Grafen Johann von Sponheim getrennt hatte. 1334 kaufte der Erzbischof u.a. auch einen Mühlenplatz in Königsau, der unter seinem Nachfolger Boemund II. von Trier an den Steinkallenfelser Ritter Tilmann vom Stein, den Erbauer der Burg Wartenstein, als Lehen vergeben wurde.
Die Trierer Besitzungen und Rechte in Königsau wurden in der Folgezeit von den Erzbischöfen als Afterlehen an verschiedene Familien des mittelrheinischen Adels weitergegeben, wie zum Beispiel die von Elz, von Rüdesheim, von der Leyen und die Vögte von Hunolstein.
Für das 17./18. Jahrhundert sind die Hoheitsrechte nicht geklärt. Obgleich in Königsau trierisches Landrecht herrschte, war die Landeshoheit strittig. Diese beanspruchte einerseits Kurtrier, während andererseits der Freiherr von Warsberg das Dorf als reichsritterschaftliches Gut betrachtet sehen wollte. Königsau war außerdem Bestandteil des Gerichts Kellenbach, das dem sponheimischen Amt Kirchberg unterstand. 1708 ging durch die Teilung der Vorderen Grafschaft Sponheim das Amt an den Markgrafen von Baden über.

Königsau gehörte ab 1800 zur Mairie Kirn. Unter preußischer Verwaltung kam der Ort zur Bürgermeisterei Gemünden im Landkreis Simmern. 1988/89 wurde ein Dorfplatz angelegt und von Mitgliedern des ortsansässigen Heimatvereines ein schöner Dorfbrunnen in Eigenleistung errichtet.

Ortsgemeinde Lindenschied

Bürgermeister Timo Ströher

Hauptstraße 5
55481 Lindenschied
Tel. 06763-309444

 E-Mail: Bürgermeister Timo Ströher

 

Geschichte der Ortsgemeinde Lindenschied

Erste urkundliche Erwähnung 1345. Lindenschied gehörte den Wildgrafen von Kyrburg, es lag im Hochgericht Rhaunen. Streitigkeiten um Grenzen und Rechte zwischen Wild- und Rheingrafen und den Sponheimer blieben nicht aus. So musste Erzbischof Gerlach von Mainz 1354 einen Streit zwischen Walraum, Graf von Sponheim und dem Ritter Heinrich Schetzel von Lorch schlichten. In dieser Urkunde sind Rechte in den Dörfern Lindenschied, Woppenroth, Oberkirn und Schwerbach genannt. Die heutige evangelische Kapelle diente von 1689 bis 1907 beiden Konfessionen. Die kath. Kapelle wurde 1908/1909 nach den Bauplänen des Kölner Architekten Eduard Endler errichtet. Früher umfangreicher Schieferabbau.

Ortsgemeinde Oberhausen

Bürgermeister Thomas Jung

Im Lieserberg 2
55606 Oberhausen
Tel. 01522-8506890

 E-Mail:
 Bürgermeister Thomas Jung

 

Geschichte der Ortsgemeinde Oberhausen

Auf einer Hochfläche vor dem Lützelsoon liegt in 410 m Höhe über NN die Ortsgemeinde Oberhausen. Der Ort ist über die Kreisstraße 5 mit Kirn und Hennweiler sowie über die Kreisstraße 11 mit dem Ortsteil Karlshof der Gemeinde Hochstetten-Dhaun verbunden. Die Gemarkung von Oberhausen ist cirka 4,6 qkm groß.

Oberhausen war im Mittelalter eine Ausbausiedlung von Hennweiler. Die früheste Erwähnung des Ortsnamens findet sich in einem Weistum des Gerichts Hennweiler vom Jahr 1346, worin "Hermann von Obirnhusen" als Gerichtsschöffe genannt wird. Oberhausen gehörte damals zur "Vogtei Heinzenberg", einem mittelalterlichen Gerichts- und Verwaltungsbezirk, der von den Siedlungen Hennweiler, Oberhausen, Guntzelnberg, Rode, Heinzenberg und dem Eigener Hof gebildet wurde. Der Vogteibezirk war zugleich Pfarrbezirk, dessen "Mutterkirche" die Stephanus-Kirche in Hennweiler war.
Nach der Erbauung der Burg Wartenstein um die Mitte des 14. Jahrhunderts wurde aus der Vogtei Heinzenberg das "Amt Hennweiler", wozu Oberhausen gehörte. Unter französischer Herrschaft kam das Dorf zur Mairie Kirn, aus welcher sich später die preußische Bürgermeisterei Kirn herausformte.Oberhausen verzeichnete in den vergangenen Jahren einen stetigen Bevölkerungszuwachs. Mit der Ausweisung weiterer Wohnbaugebiete wird das Dorf mit derzeit etwa 1040 Einwohnern weiter wachsen.

Die Gemeinde unterhält einen eigenen Kindergarten, der auch von den Kindern aus Hahnenbach besucht wird.

In der Ortsgemeinde überwiegt die evangelische Konfession, deren Mitglieder zur evangelischen Kirchengemeinde Hennweiler-Oberhausen-Hahnenbach gehören. Die denkmalgeschützte evangelische Kirche in Oberhausen stammt aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts. Ihr Kirchenschiff wurde im Jahr 1743 neu erbaut. Die Ortsgemeinde beherbergt das katholische Pfarramt mit der 1897/98 erbauten Pfarrkirche "Mariä Himmelfahrt". Kirche und Pfarrhaus sind Bauwerke der Neugotik, die bis um die Jahrhundertwende besonders für Kirchen der katholischen Konfession charakteristisch ist. Ein weiteres zur Ortsgemeinde gehörendes Kulturdenkmal ist Schloß Wartenstein, das bis zum Ende der Feudalzeit Amtssitz der Reichsherrschaft Wartenstein war.

Ein Naturgebilde besonderer Art bilden die "Oberhauser Felsen". An dem bizarren Quarzitkamm, der einen südlichen Abschluß der Hennweiler Hochfläche bildet, dürfen sich auch Kletterfreunde versuchen.

Ortsgemeinde Oberkirn

Bürgermeister Alfons Klingels

Am Hauplatz 2
55624 Oberkirn
Tel. 06544-99770

 E-Mail:
 Bürgermeister Alfons Klingels

 Internet: www.oberkirn.de

 

Geschichte der Ortsgemeinde Oberkirn

Die im Schutz bewaldeter Hügel höchst anmutig über der Mündung des Eschenbachs in die Kyr gelegene Ortschaft besitzt zwei sehenswerte Gotteshäuser. Die evangelische Kirche am oberen Dorfrand erhebt sich über den Fundamenten eines Landhauses (villa rustica) aus der Römerzeit. Der gegenwärtige Bau entstand im schlichten gotischen Stil wenige Jahre vor 1400 und diente als Grablege der Schenken zu Schmidtburg, einer Seitenlinie jener mächtigen Grafendynastie aus dem Hahnenbachtal. Eindrucksvoll erinnert die außen an der Kirchenwand lehnende figürliche Grabplatte des 1573 verstorbenen Franz Brune von Schmidtburg an die fernen Zeiten, als noch solche Rittersleut' wie er hierzulande das Kommando führten. Da präsentiert er sich jetzt, in einen harten Harnisch gezwängt und mit fromm aneinandergelegten "Panzerfäusten", überblickt seinen einstigen Beritt und ist offenbar darüber verdutzt, wie anders die Welt doch geworden ist.

Die katholische Kirche, 1794 geweiht, erhebt sich - wahrhaft felsenfest - auf einem massiven Schieferhang mitten im Dorf.

Bis Mitte des 20. Jahrhunderts war der Abbau von Dachschiefer in 21 Gruben rings umher die Haupterwerbsquelle der Oberkirner. Heute zeugen nur noch die zahlreichen Halden und mehrere Dutzend Stollenöffnungen am Talhang des Kyrbachs von dieser bergmännischen Vergangenheit. Und jenseits der schönen Kyrbachbrücke, die im Jahr 1878 von dem einheimischen Baumeister Philipp Klein ganz aus Schieferstein erbaut wurde, zeugt in einer Felsnische die Figur der Heiligen Barbara - Schutzpatronin der Bergleute - von traditioneller und bis heute tief eingewurzelter Volksfrömmigkeit. Und auf der Hügelkuppe über Oberkirn steht am Rand der Straße nach Schwerbach ein großes Wegkreuz, dessen Inschrift das althergebrachte Gottvertrauen der Hunsrücker in gereimte Worte fasst: "Denke dran, wenn Stürme toben, dass du nicht alleine bist. Einer hält die Hand erhoben, der der Herr der Stürme ist!"

Ortsgemeinde Rhaunen

Bürgermeister Manfred Klingel

Blumenstraße 7
55624 Rhaunen
Tel. 06544-8608

 E-Mail: Bürgermeister Rhaunen

 Internet: www.rhaunen.de

 

Geschichte der Ortsgemeinde Rhaunen

Als Verwaltungssitz der gleichnamigen Verbandsgemeinde ist Rhaunen der administrative Mittelpunkt für die umliegenden Ortschaften. Es liegt unter dem Osthang des Idarkopfes (746 m) fast genau in der geographischen Mitte zwischen den Tälern von Nahe und Mosel. Im reizvollen Landschaftsrahmen des forstreichen Mittelgebirges fließen hier sieben kleine Bachläufe in einer nach allen vier Himmelsrichtungen durch waldige Hänge gegen Wetterunbilden beschirmten Mulde zusammen.

Seit dem späten Mittelalter war hier außer der Land- und Forstwirtschaft sowie etlichen Handwerksbetrieben hauptsächlich der Bergbau auf Dachschiefer von dominierender Bedeutung. Noch bis in die sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts wurden hier 21 Schiefergruben betrieben. Im Übrigen kam dem Ort dank seiner Gerichts- und Marktrechte seit jeher ein besonderer Zentrumsvorteil zu. Unter Rhaunens Kulturdenkmälern ist der Königstein (ein prähistorischer Menhir) zweifellos das älteste und zugleich rätselhafteste. Auf römischen Grundmauern wurde im 13. Jahrhundert die heutige evangelische Pfarrkirche erbaut und seinerzeit dem heiligen Martin geweiht. Ein neben ihrem Eingang vermauertes Relief mit der Darstellung seltsamer Maskenköpfe stammt wohl von einem vor- oder frühromanischen Sakralbau. Im selben Gotteshaus ist die älteste noch erhaltene Stumm-Orgel aus dem Jahr 1723 zu bewundern. Römerzeitliche Relikte wurden des Weiteren an der Schulstraße ausgegraben: Fundamentmauern eines Landhauses, zu dem auch eine aufwendige Badeanlage gehört hatte.

Besonders markant wirkt in der Rhaunener Ortsmitte das Rathaus aus dem Jahr 1723: Vier mächtige Holzsäulen tragen sein verschiefertes Obergeschoß; die offene Vorhalle diente früher als Gerichtslaube. Desgleichen spiegelt und repräsentiert auch das monumentale Gebäude des 1899-1901 erbauten Königlich-Preußischen Amtsgerichts noch einen bedeutsamen architektonischen Nachhall der mittelalterlichen und bis in die Neuzeit fortwirkenden Orts- und Rechtsgeschichte.

Ortsgemeinde Schauren

Bürgermeisterin Susanne Müller

Talstraße 6
55758 Schauren
Tel. 06786-1404

 E-Mail:
 Ortsgemeinde@Schauren.de

 Internet: www.schauren.de

 

Geschichte der Ortsgemeinde Schauren

Schauren, dessen Ortsname sich vom althochdeutschen "Scura" herleitet, bestand als Gehöftgruppe schon lange Zeit vor seiner ersten urkundlichen Erwähnung im Jahr 1275. 1279 wurde es "Schuren" geheißen. Genauso wie fast überall im Umkreis der Dörfer an den Hängen des Idarwaldes deuten mehrere auf der Schaurener Gemarkung entdeckte Vorzeitgräber sogar auf einen Siedlungsursprung zur frühkeltischen Eisenzeit hin. Das 1351 den Kyrburger Wildgrafen gehörige und noch im Jahre 1515 den Wild- und Rheingrafen zehnt- bzw. zinspflichtige Dorf kam schließlich 1816 - nach der "Franzosenzeit" - zu Preußen. Die 1767 erbaute evangelische Barockkirche, im Innern reich ausgestattet mit Malereien im "Tiroler Stil", besitzt eine schöne Stumm-Orgel von 1870. Die große Glocke dieses Gotteshauses wurde bereits 1480 gegossen.

Früher gaben neben der ziemlich kargen Landwirtschaft hauptsächlich die umliegenden Eisenwerke von Hammerbirkenfeld und Asbacherhütte sowie der bergmännische Abbau von Schiefer den meisten Einwohnern Arbeit und Brot. Auch die malerisch wirkenden Gebäude der Aschieder Mühle in einem Tälchen am Idarwaldrand gehörten einst zum geschäftigen Erwerbsleben.

Von Schaurens ehedem zahlreichen Edelsteinbetrieben haben die wenigsten den aktuell tiefgreifenden Strukturwandel dieses Kunsthandwerks überlebt; Besucher sind zur Besichtigung der Atelier- und Ausstellungsräume stets willkommen. Schauren erfreut sich eines regen Vereinslebens. Viel Wert wird auf heimatliche Brauchtums- und Kulturpflege gelegt. Zwei Gaststätten und ein Campingplatz bieten Unterkunft und Gastronomie.

Ortsgemeinde Schneppenbach

 

Bürgermeister Thomas Geib

Lützelsoonblick 14
55608 Schneppenbach
Tel. 06544-9228

 E-Mail:
 Bürgermeister Schneppenbach

 Internet:
 www.schneppenbach.de

 

Geschichte der Ortsgemeinde Schneppenbach

Die Ortsgemeinde Schneppenbach im nordwestlichen Bereich der Verbandsgemeinde grenzt an den Landkreis Birkenfeld und den Rhein-Hunsrück-Kreis. Das Lützelsoon-Dorf an der Landesstraße 184 liegt 424 m über NN und hat rund 285 Einwohner. Die Ortsgemarkung ist cirka 3,3 qkm groß.

Ebenso wie Bruschied gehörte der Ort im Mittelalter zu einer größeren Grundherrschaft der Reichsabtei St. Maximin vor Trier.

Die Ortsgeschichte von Schneppenbach ist mit der auf seiner Gemarkung errichteten Schmidtburg eng verbunden. Die Burg, deren Entstehung auf das Jahr 926 zurückgeht, ist eine der ältesten Burgen im Nahe- und Hunsrückraum und war vermutlich Stammsitz der Grafen im Nahegau, der Emichonen. Als deren Teilerben und Rechtsnachfolger übernahmen die Wildgrafen die Burg. Interne Familienstreitigkeiten der Wildgrafen führten jedoch dazu, daß die Burg um 1330 in den Besitz des Trierer Erzbischofs und Kurfürsten Balduin von Luxemburg überging. Unter Balduin erfolgte der Ausbau der Schmidtburg, die in der Folgezeit Sitz des kurtrierischen Amtes Schmidtburg wurde.

Im Jahr 1563 waren es in Schneppenbach neun, im Jahr 1684 fünf und im Jahr 1715 elf Haushaltungen, die zum kurtrierischen Amt Schmidtburg gehörten. Um 1650 erscheint als Ortsherr der Ritter Cratz von Scharffenstein. Schneppenbach bildete zusammen mit Bruschied ein "Ingericht". Die Einwohner der beiden Dörfer besaßen zwar eine Kapelle, besuchten jedoch den Hauptgottesdienst in Bundenbach.

Mit der französischen Gebiets- und Verwaltungsreform von 1798 wurde das Schmidtburger Amt aufgelöst. Schneppenbach kam zur neugebildeten Mairie Kirn. Dort verblieb die Gemeinde bis zum Ende der französischen Herrschaft und kam dann im Jahr 1817 zur Bürgermeisterei Gemünden im preußischen Landkreis Simmern.
Die meisten der Schneppenbacher Einwohner sind katholisch. Die katholische Kirchengemeinde gehört zur Pfarrei St. Franz Xaver in Bruschied und wird vom Pfarramt in Oberhausen verwaltet. Die evangelischen Einwohner werden von Gemünden aus betreut.
Die denkmalgeschützte katholische Kapelle in Schneppenbach erbaute im Jahr 1768 der salm-kyrburgische Hofbaumeister Johann Thomas Petri, auf dessen Pläne zahlreiche, im 18. Jahrhundert errichtete, herrschaftliche Gebäude im Kirner Raum zurückgehen.
Mit der Ruine Schmidtburg im Hahnenbachtal verfügt die Ortsgemeinde über eines der bedeutendsten kulturellen Denkmäler in der Nahe-Hunsrück-Region. Nach Freilegungs- und Sicherungsarbeiten an der von der Natur fast völlig überwucherten Ruine erhalten die Besucher wieder eine Vorstellung von der Größe und einstigen Bedeutung der imposanten Anlage.
Schneppenbach wird als "kleines und gepflegtes, typisches Hunsrückdorf in reizvoller Lage" beschrieben.

Ortsgemeinde Simmertal

Bürgermeister Werner Speh

Lindenweg 1
55618 Simmertal
Tel. 06754-244

 E-Mail:
 Bürgermeister Simmertal

 Internet:
 www.gemeinde-simmertal.de

 

Geschichte der Ortsgemeinde Simmertal

Unweit der Mündung des Simmerbaches in die Nahe liegt auf einer Höhe von 190 m über NN die Ortsgemeinde Simmertal. Ihre Gemarkungsfläche ist 8,1 qkm groß. Die Bundesstraßen 41 und 421 sowie die Landstraße 230 bilden bei Simmertal einen Verkehrsknotenpunkt. Mit cirka 2070 Einwohnern ist Simmertal die einwohnerstärkste Ortsgemeinde in Kirn-Land. Ihr früherer Ortsname Simmern unter Dhaun wurde 1971 in Simmertal geändert.

Der Ort wird bereits 841 in einer Urkunde des alten Reichsklosters Fulda als "Simere" erwähnt. Zusammen mit Brauweiler, Horbach, Weitersborn, dem Gonrather Hof und Martinstein bildete "Simere" im Mittelalter eine Großgemarkung, die in Form der "Markgenossenschaft" bewirtschaftet wurde. Die Grundherrschaft lag bei der Reichsabtei St. Maximin vor Trier, die ihren Fernbesitz von König Karl III. von Westfranken im Jahr 912 urkundlich bestätigt bekam. "Simere" war der Hauptort der Großgemarkung, wovon aus auch die kirchliche Betreuung der Ausbauorte erfolgte. Eine dem heiligen Maximin geweihte Kirche wird 1140 urkundlich erwähnt. Mit der Gerichts- und Verwaltungshoheit innerhalb der Grundherrschaft "Simere" waren die Wildgrafen von Dhaun belehnt, die diese Amtsbefugnis in der Folgezeit durch Ministeriale ausüben ließen. Der ehemalige Ortsname von Simmertal weist auf die während der Feudalzeit geltende verwaltungsrechtliche Zugehörigkeit zum wild- und rheingräflichen Amt Dhaun hin.
Mit der französischen Verwaltungsreform von 1798 kam der Ort zur Mairie Monzingen, aus der später die Bürgermeisterei bzw. das Amt Monzingen wurde. Nach dessen Auflösung kam Simmern unter Dhaun im Jahr 1970 zur Verbandsgemeinde Kirn-Land.

Gegenüber dem Jahr 1950 hat sich bis heute die Einwohnerzahl des Dorfes fast verdoppelt, der Ort sich zur modernen Wohn- und Gewerbegemeinde entwickelt. Ihren Standortvorteil konnte die Ortsgemeinde für die Ausweisung eines Gewerbegebietes am Ortseingangsbereich nutzen.

Simmertal gehört zum Erholungsgebiet "Nahe-Kellenbachtal-Soonwald" und ist staatlich anerkannter Erholungsort. Im alten Ortskern steht die evangelische Kirche von 1730, in der eine renovierte und erweiterte Stumm-Orgel ein Glanzstück darstellt. Am Eingang zur Kirche befindet sich das spätgotische Rathaus von 1499, das als das älteste Bauwerk seiner Art im Naheraum gilt. In seinen Räumen ist ein Museum mit fossilen und mineralischen Exponaten sowie mit pflanzen- und vogelkundlichen Sammlungen eingerichtet. Ein weiteres Museum mit Produkten der Former und Eisengießer befindet sich im Simmertaler Gewerbegebiet.

Die Ortsgemeinde beherbergt das Pfarramt der evangelischen Kirchengemeinde Simmern unter Dhaun, welchem auch die evangelischen Christen in Brauweiler, Horbach, Martinstein und Weitersborn angehören. Für die katholischen Ortseinwohner ist die Pfarrei Martinstein zuständig.

Der 1972 erbaute Kindergarten gegenüber der Grundschule wird auch von den Kleinen aus Brauweiler, Horbach und Heinzenberg besucht.

In der Ortsgemeinde gibt es ein breites Vereinsspektrum, das vielfältige Aktivitäten aufweisen kann.

Ortsgemeinde Stipshausen

 Bürgermeister Frank Marx

 Heidestraße 4
 55758 Stipshausen
 Tel. 06544-9325

 E-Mail: Ortsgemeinde@stipshausen.de

 Internet: www.stipshausen.de

Geschichte der Ortsgemeinde Stipshausen

Bedeutende Relikte, die in unmittelbarer Nähe der heutigen Ortslage geborgen wurden, weisen in älteste Zeiten zurück. Die in Bruchstücken aufgefundene Skulptur eines römischen Jupiter-Gigantenreiters überragte einst auf hoher Säule eine Kultstätte der "heidnischen" Antike. Mangels archäologischer Beweise blieb es bis heute ungeklärt, ob vielleicht auch die Mauertrümmer in einem nahegelegenen Walddistrikt mit dem vielsagenden Namen "Heiliggeist" demselben sakralen Ort zugehörten. Weit weniger rätselhaft wirkt der viel jüngere "Kultplatz" des "Kaisergartens" am westlichen Dorfende: Dort umflort das tief herabhängende Geäst von neun stämmigen Linden einen vor rund hundert Jahren aus Gründen der damals vaterländisch-monarchistischen Gesinnung mit sinnbildhaftem Grün bepflanzten Erdenfleck.

Der Einfluss des nahen Schmuck- und Edelsteinzentrums Idar-Oberstein ist in Stipshausen noch deutlich spürbar: drei Betriebe der Schmuck- und Edelsteingestaltung sind hier ansässig. Zwei bedeutende Sehenswürdigkeiten sind die aus dem 16. Jh. stammende Gerwertsmühle und die in den Jahren 1772-79 im ländlichen Barockstil erbaute evangelische Kirche. Mit ihrer Ausmalung sowie den farbenfrohen Gemälden an der Emporenbrüstung und im Chorraum zählt sie zu den kunstreichsten Gotteshäusern der gesamten Hunsrückregion. Zur kostbaren Ausstattung gehört außerdem auch eine Stumm-Orgel von 1861. Die benachbarte katholische Kirche wurde 1781 geweiht. Schöne Wanderwege umrunden den Ort und führen hinauf in die riesigen Waldgebiete auf den Hängen des Idarkopfes. Ein weitläufiger und ungemein quellenreicher Naturraum, der nicht nur den umliegenden Ortschaften als stets verlässlicher "Wasserspeicher" dient, sondern vor allem auch die Heimat einer enormen Vielzahl seltener Tier- und Pflanzenarten ist. Auch vom Ortsteil Hottenbacher Mühlen lohnt sich manche Wanderung durch das vom Wald umschlossene Wiesental, dessen Gebäudegruppen der Stipshausener Mühle, Lerchenmühle und Gerwertsmühle geradezu wie ideale Illustrationen eines Bilderbuchs der Romantik wirken. Zur touristischen Beliebtheit Stipshausens trägt nicht zuletzt auch das direkt unter dem Idarkopf gelegene Wintersportzentrum bei.

Ortsgemeinde Sulzbach

Bürgermeister Horst Schmäler

Hauptstraße 37a
55758 Sulzbach
Tel. 06544-8960

 E-Mail: Bürgermeister Sulzbach

 

Geschichte der Ortsgemeinde Sulzbach

Dieser kleine Hunsrückort ist Ausgangspunkt zweier Entwicklungen, die Weltgeltung erlangt haben: der Montanindustrie und des Orgelbaus. Der Sulzbacher Dorfschmied Johann Nikolaus Stumm (geb. 1669) kaufte mehrere alte Hunsrücker Hammerwerke und betrieb sie mit derart durchschlagendem Erfolg, dass er zum Ahnherrn der saarländischen Verhüttungsindustrie wurde. Die nachmaligen Freiherrn und "Eisenbarone" Stumm dominierten und prägten die Wirtschaftsgeschichte der Saarregion für gut zwei Jahrhunderte. War Johann Nikolaus sozusagen "der Mann fürs Grobe", so entschied sich sein jüngerer Bruder, der Johann Michael Stumm (geb. 1683), gewissermaßen fürs Feine: Der gelernte Goldschmied und Musikliebhaber wurde zum Begründer der Orgelbauer-Dynastie Stumm. Sein letztes Instrument, 1746 fertig gestellt, tut noch heute in der Kirche seiner Heimatgemeinde seinen Dienst. Dem wuchtigen Turm dieses schon 1326 geweihten Gotteshauses ist übrigens noch die einstige Funktion als Wehrkirche anzusehen. Die erste aller Stumm-Orgeln war 1723 in der evangelischen Pfarrkirche des Nachbarorts Rhaunen aufgestellt worden. Insgesamt haben Johann Michael Stumm und seine Nachfahren in Sulzbach rund 370 Orgeln gefertigt und in Kirchen des Großraums zwischen Saarbrücken, Karlsruhe und dem Mittelrhein aufgestellt.

In unmittelbarer Nähe Sulzbachs liegt der historische Marktplatz Heuchelheim an der Gabelung eines uralten Handelswegs vom Glan zur Mosel. Ein Zweig dieser schon seit der Bronzezeit begangenen, zur Römerzeit ausgebauten und noch im Mittelalter weiterbenutzten Route führte über Rhaunen und Büchenbeuren nach Enkirch, indes der andere geradewegs über den Idarkopf zum Sirona-Heiligtum verlief, um schließlich im Distrikt Zolleiche in die antike Ausoniusstraße (von Bingen nach Trier) einzumünden. Markt Heuchelheim war übrigens Standort einer keltisch-römische Kultstätte, die späterhin als Thingplatz des mittelalterlichen Hochgerichts Rhaunen diente. Das noch 1829 mit "Galgenfeld" bezeichnete und nach 1870 um die attraktive Baumgruppe eines sogenannten "Kaisergartens" bereicherte Gelände ist heute als Picknick- und Freizeitplatz beliebt.

Stadt Kirn

 

 Bürgermeister Martin Kilian

 Kirchstraße 3
 55606 Kirn
 Tel. 06752-1350

 E-Mail: Stadtverwaltung Kirn

 Internet: www.kirn.de

 

Geschichte der Stadt Kirn

Der Name „Kirn“ lässt sich aus dem keltischen Wort „Kyr“ ableiten, was so viel wie „Wasser“ bedeutet. Gemeint ist natürlich das Wasser der Nahe und des Hahnenbachs, das der Stadt Kirn ihren Namen gab. Es diente damals als wichtiger Transportweg, tränkte das Vieh und versorgte die Bevölkerung mit Fisch.
Die erste urkundliche Erwähnung geht auf das Jahr 841 zurück und findet sich in Urkunden des Klosters Fulda. Im Jahr 1767 erhielt Kirn eine städtische Verfassung, 1857 schließlich die Stadtrechte. Lange Zeit stand die Stadt unter der Herrschaft der Wild- und Rheingrafen. Durch die Beschlüsse des Wiener Kongresses von 1814/15 fiel sie an Preußen, nachdem auch die Franzosen im Jahrhundert zuvor verschiedentlich regiert hatten. 1817 wurde Kirn dem Landkreis Bad Kreuznach angeschlossen.Viele Spuren der bewegten Geschichte sind heute noch in der erhaltenen historischen Bausubstanz zu finden. Neben vielen Fachwerkhäusern sei auf die evangelische Kirche verwiesen (begonnen im 11. Jahrhundert), auf das Rathaus, 1753 - 63 als Piaristenkloster errichtet, die Salm-Kyrburgische Kellerei (ca. 1765) und natürlich auf die Kyrburg, das Wahrzeichen der Stadt.

Verbandsgemeinde Kirn-Land

Bürgermeister Werner Müller

Bahnhofstraße 31
55606 Kirn
Tel. 06752-1380

 E-Mail:
 Verwaltung VG Kirn-Land

 Internet: www.kirn-land.de

 

Geschichte der Verbandsgemeinde Kirn-Land

Das Gebiet der Verbandsgemeinde Kirn-Land umschließt die Stadt Kirn fast ringförmig und wird von der Nahe, dem Simmerbach, dem Hahnenbach und dem Großbach durchzogen. Auf einer Fläche von 11.800 ha umfasst es 20 Ortsgemeinden von denen drei Gemeinden weniger als 100 sowie vier Gemeinden mehr als 1000 Einwohner aufweisen. Verwaltungssitz ist die verbandsfreie Stadt Kirn.

Die Wirtschaftsstruktur ist neben der Kleinlederwarenindustrie vor allem von der holz- und kunststoffverarbeitenden Industrie des Mittelzentrums Kirn geprägt, wo Arbeitnehmer aus der Verbandsgemeinde beschäftigt sind.
Die Zahl der landwirtschaftlichen Voll- und Nebenerwerbsbetriebe hat sich in den letzten Jahren auch in der Verbandsgemeinde stetig verringert. Dafür verlegten sich die Schwerpunkte allgemein auf Dienstleistungen, Handel und Handwerk. Geeignete Gewerbegebiete für die weitere wirtschaftliche Entwicklung befinden sich in den Ortsgemeinden Hochstetten-Dhaun, Simmertal und Hennweiler.

Von Bedeutung für den Fremdenverkehr sind einige Sehenswürdigkeiten, die als historisch bedeutsame Stätten und Baudenkmäler kulturelle Schwerpunkte darstellen. So z.B. Schloss Dhaun, die größte Burganlage an der Nahe mit Verlies und botanischem Schlosspark. Die Burg wurde im 12. Jahrhundert oberhalb des Kellenbachtal angelegt und im Verlauf des 17./18. Jahrhunderts von den Wildgrafen zum Schloss ausgebaut. Schloss Dhaun ist heute Sitz der Schlossakademie Dhaun.

Während der französischen Herrschaft (1798-1814) bildeten die Gemeinden Bruschied, Dhaun, Hahnenbach, Heinzenberg, Hennweiler, Hochstetten, Kellenbach, Königsau, Oberhausen, Schneppenbach, St. Johannisberg und Steinkallenfels zusammen mit der Stadt Kirn die "Mairie" (Bürgermeisterei) Kirn. Nach Beendigung der französischen Okkupation im Jahr 1814 unterstand der gesamte Naheraum zunächst einer bayerisch-österreichischen Militärverwaltung und wurden dann auf dem "Wiener Kongress" Preußen zugeteilt. Einige Orte kamen zusammen mit der Stadt Kirn am 2. Mai 1816 vorrübergehend zum Kreis Oberstein.

Am 16. April 1817 wurde der Kirner Raum dem preußischen Landkreis Kreuznach angegliedert und aus dem Raum Oberstein und Birkenfeld ein Landesteil des Fürstentums Oldenburg geschaffen.

Gleichzeitig wurde das bisherige Verwaltungsgebiet der Kirner Bürgermeisterei geändert, dass die Orte Bruschied, Kellenbach, Königsau und Schneppenbach dem Kreis Simmern angegliedert wurden. Die Gemeinden Dhaun, Hahnenbach, Heinzenberg, Hennweiler, Hochstetten, Oberhausen, St. Johannisberg und Steinkallenfels mit zusammen bildeten mit der Stadt Kirn weiterhin eine Bürgermeisterei.

Nach Verleihung der Stadtrechte im Jahr 1857 erhielt die Stadt Kirn eine eigene Verwaltung.

Die Landgemeinden bildeten die Landbürgermeisterei Kirn, die vom Bürgermeister der Stadt Kirn in Personalunion mitverwaltet wurde. Die Personalunion wurde im Jahr 1894 aufgehoben, da die Vertreter der Landgemeinden ihren eigenen Bürgermeister wählten.

Durch Auflösung des Amtes Becherbach am 1. August 1940 erfolgte eine Vergrößerung des Amtes Kirn-Land um die Gemeinden Bärenbach, Becherbach, Heimberg, Krebsweiler, Limbach und Otzweiler. Außerdem wurden die Gemeinden Meckenbach und Hochstädten aus der bisherigen Bürgermeisterei Meddersheim in das Amt Kirn-Land eingegliedert.

Die nunmehr 15 Gemeinden von Kirn-Land hatten 1940 cirka 5500 Einwohner. Das Amt erhielt am 1.10.1968 die Bezeichnung "Verbandsgemeinde". Im Zuge der Verwaltungsreformen 1969/70 wurde Kallenfels in die Stadt Kirn eingemeindet. Aus der aufgelösten Verbandsgemeinde Monzingen kamen Simmertal, Horbach, Brauweiler, Weitersborn und aus der aufgelösten Verbandsgemeinde Gemünden Königsau, Kellenbach, Schneppenbach, Bruschied und Schwarzerden zur Verbandgemeinde Kirn-Land. Die Verbandsgemeinde Kirn-Land besteht aus 20 Ortsgemeinden mit zur Zeit rund 11.000 Einwohnern.

Verbandsgemeinde Rhaunen

Bürgermeister Georg Dräger

 Zum Idar 21 + 23
 55624 Rhaunen
 Tel. 06544-1810

 E-Mail:
 Verwaltung VG Rhaunen

 Internet: www.vg-rhaunen.de

Geschichte der Verbandsgemeinde Rhaunen

Seit der Gebietsreform im Jahre 1970 gehören die Orte Asbach, Bollenbach, Bundenbach, Gösenroth, Hausen, Hellertshausen, Horbruch, Hottenbach, Krummenau, Oberkirn, Rhaunen, Schauren, Schwerbach, Stipshausen, Sulzbach und Weitersbach zur Verbandsgemeinde Rhaunen. Ein Jahr zuvor erfolgte die Umgliederung vom Landkreis Bernkastel in den Landkreis Birkenfeld.

Das Gebiet der Verbandsgemeinde liegt in unmittelbarer Nähe zum Flughafen Hahn an der Wasserscheide zwischen Nahe und Mosel und an der alten Grenze zwischen den Erzbistümern Trier und Mainz. Es ist trotz seiner Abgeschiedenheit schon sehr früh durch die Kelten und Gallier besiedelt worden. Die Kelten und Gallier wurden abgelöst von den Römern. Diese Römerherrschaft ertrug man zunächst sehr unwillig, und es kam häufig zu Unruhen und Aufständen.

Mit den Römern kam auch das Christentum in diese Gegend, wobei als Ausgangspunkt wahrscheinlich das Taufhaus in Dill anzusehen ist, denn hier führte die Römerstraße von Trier nach Mainz vorbei. Diese Straße, die auch den nördlichen Teil der heutigen Verbandsgemeinde Rhaunen berührt, stellte die Achse eines damals hochmodernen Verkehrswegenetzes dar, mit dem die Römer den Hunsrück erschlossen. Vor Beginn des 5. Jahrhunderts folgten den Römern die Franken. In diese Zeit fällt sicherlich auch die Entstehung des Namens, der die Mittelgebirgsregion zwischen Mosel, Nahe, Rhein und Saar bezeichnet, der „Hunsrück“. Es steckt darin nicht etwa der Rücken eines Hundes, sondern höchstwahrscheinlich die alte fränkische Bezeichnung für die Hundertschaft, eine Gruppe von je einhundert freien Franken, die sich geschlossen da und dort ansiedelten.

Erst in der Mitte des 9. Jahrhunderts tritt das Gebiet um Rhaunen in die Geschichte ein. Das im Jahr 841 erstmals urkundlich erwähnte Dorf Rhaunen gehört zu den ältesten Dörfern des Hunsrücks und war Sitz eines großen wildgräflichen Hochgerichtes, das 17 Dörfer umfasste. Die im Jahr 1409 aussterbenden Wildgrafen wurden von den Rheingrafen von Stein beerbt, die sich dann Wild- und Rheingrafen nannten. Bei den Teilungen der Wild- und Rheingrafenschaft blieb Rhaunen bei der Dhauner Linie. Der Salmsche Hof (später Gasthaus zum Löwen in Rhaunen) gehörte im 18. Jahrhundert zur Herrschaft Salm-Kyrburg.
Jahrhundertelang blieb das Gebiet um Rhaunen als „Hochgericht Rhaunen“ eine politisch-rechtliche Einheit. Von besonderer Bedeutung für dieses Gebiet ist die Tatsache, dass seit dem Jahr 1324 das Erzstift Trier festen Fuß im Hochgericht fasste und ein Viertel der Gebietshoheit in Besitz nahm, so dass drei Viertel bei den Wild- und Rheingrafen verblieben. Bis zum Ende des Bestehens des Hochgerichtes im Jahr 1750 galt es als ungeteilte Gemeinschaft zwischen der Wildgrafenschaft Salm-Salm und Kurtrier.

Der Friede von Campo Formio am 17.10.1797 übergab dem republikanischen Frankreich das gesamte linke Rheinufer und damit auch das Gebiet der heutigen Verbandsgemeinde Rhaunen.
Der Wiener Kongress 1815 sprach die Rheinlande dem Königreich Preußen zu, das die Verwaltungsgliederung errichtete, die im wesentlichen bis heute besteht. So entstand 1816 die Bürgermeisterei (später das Amt) Rhaunen im Kreis Bernkastel, Regierungsbezirk Trier. Sie umfasste 14 Dörfer und bestand ohne Unterbrechung bis zur eingangs erwähnten Gebietsreform 1970. Politisch kann sie als der Nachfolger des Hochgerichts und als Vorgänger der Verbandsgemeinde Rhaunen gelten, so dass politisch-geschichtliche Kontinuität durchaus gegeben ist.